Den Nationalfeiertag verbringen wir so oft wie möglich am Heldenplatz in Wien bei der Leistungsschau des Österreichischen Bundesheeres. Ein paar unserer Eindrücke haben wir hier für euch festgehalten.

Was ist der Nationalfeiertag?

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 stand Österreich zehn Jahre lang unter Besatzungsrecht. Durch den Österreichischen Staatsvertrag erlangte Österreich 1955 seine volle Souveränität zurück. Die Alliierten Besatzungstruppen mussten das Land bis zum 25.10. 1955 verlassen, ab dem 26.10. war Österreich wieder frei. ⁠
An diesem Tag wurde von nun an jedes Jahr die österreichische Flagge gehisst. Dadurch entstand der Begriff “Tag der Fahne”. 1965 wurde der “Tag der Fahne” in den Nationalfeiertag  umgewandelt.⁠

Die Leistungsschau des Österreichischen Bundesheeres gehört seit langem zum Fixprogramm an diesem Tag. ⁠

Leistungsschau auf Sparflamme

Dieses Jahr fiel sie aufgrund der schlechten budgetären Versorgung des Bundesheeres allerdings sehr viel kleiner aus als sonst und stand unter dem Motto “Was ist Hilfe wert?”
Bei Naturkatastrophen, Bedrohungsszenarien, atomaren Gefahren, und vielen anderen Krisen sind wir alle auf das Bundesheer angewiesen. Dass dieser Schutz nur mit entsprechenden finanziellen Mitteln aufrecht gehalten werden kann, ist eigentlich ganz logisch und nicht weiter schwer verständlich. Trotzdem wurde das Bundesheere über Jahre hinweg finanziell ausgehungert. Ohne drastische Budget-Erhöhung können Bevölkerungsschutz und Landesverteidigung nun bald nicht mehr gewährleistet werden.

Bittersüße Stimmung

Auf dem Hintergrund dieser ernsten Lage ist die Stimmung bittersüß. Einerseits sind wir aufgeregt, und freuen uns, die verschiedenen Stationen und Zelte zu erkunden. Andererseits fehlen die Helikopter und Panzer die in den Vorjahren zu bestaunen waren und immer wieder spricht man mit Sorge über die schlechte finanzielle Lage.

Viel zu sehen und auszuprobieren

Aber auch “auf Sparflamme” ist am Heldenplatz sehr viel zu sehen. Interaktive Stationen ziehen besonders viel Publikum an. Es gibt virtual reality Brillen, mit denen man militärische Übungen ganz nah miterleben kann. Im Flugsimulator darf man das Steuern eines Flugzeuges ausprobieren. Das macht Spaß und ist auch ganz schön aufregend. In vielen Zelten kann man Ausrüstung selbst ausprobieren, z.B. Schutzwesten der Militärpolizei oder Tarnanzüge beim Jägerbataillon 25. Beim Jägerbataillon 23 haben wir ein Schüttbiwag erkundet, das die Soldaten im Winter als Unterkunft im Gebirge errichten. Bei einem anderen Stand wurde einer von uns ein Tourniquet angelegt und gezeigt, wie dieses verwendet wird um massive Blutungen zu stoppen.

Katastrophenschutz und Krisenabwehr

Weiter gehts auf die Pionierbrücke – sie dient zur Überbrückung von Gewässern und Geländeeinschnitten, auch bei zivilen Hilfsleistungen (Katastrophenschutz). Von hier aus hat man auch eine gute Sicht auf den Heldenplatz. Gleich daneben finden wir das Faltstraßengerät. Eine faltbare Straße kann mitgeführt und bei Bedarf verlegt werden, so dass Fahrzeuge auch über ansonsten nicht passierbare Zonen fahren können.⁠

Bei der ABC Abwehr erfahren wir einiges zum Katastrophenschutz bei atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungsszenarien. Wir sehen uns Dekontaminationssysteme und Schutzanzüge an.

Auch beim Cybersicherheitszentrum, bei der Garde, dem Jagdkommando,  der Luftraumüberwachung und den Milizständen haben wir vorbei geschaut. In vielen Zelten laufen Info Filme aber auch die Soldaten werden nicht müde, den ganzen Tag über Fragen zu beantworten und Geräte oder Ausrüstung zu erklären.

Währenddessen laufen immer wieder Vorführungen – Show-Exerzieren der Garde,  Einsatzszenarien, und vieles mehr. In den Bundesheer Karriere Info Zelten gibt es zudem Information zum Berufsweg beim Heer. Und natürlich gehört auch die Feierliche Angelobung  von über 1000 Rekruten zum Tagesprogramm.

Fazit

Der Besuch der Leistungsschau am Nationalfeiertag war wie immer ein spannendes und bereicherndes Erlebnis. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und hoffen, das bis dahin ein budgetäres Wunder geschieht.⁠